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Urlaubsantrag per E-Mail? Das war einmal.

10. Februar 20265 Min. Lesezeit
Team bespricht digitale Urlaubsplanung auf einem Laptop im modernen Büro

Foto: fauxels / Pexels

Der Klassiker: E-Mails, Excel und Hoffnung

Urlaubsanträge per E-Mail. Genehmigungen per Antwort-E-Mail. Urlaubskalender in einer geteilten Excel-Tabelle, die niemand wirklich pflegte. So sah der Prozess bei einem Handelsunternehmen mit 45 Mitarbeitern aus, das ich 2025 betreut habe.

Das Ergebnis war vorhersehbar: Anträge gingen in der Inbox unter. Genehmigungen kamen nach 2–3 Tagen — wenn überhaupt. Die Excel-Tabelle? Zuletzt im November 2024 aktualisiert. Neue Mitarbeiter wussten nicht einmal, dass es sie gab. Und die Personalabteilung führte parallel eine eigene Liste — die natürlich von der Excel-Tabelle abwich.

Die Probleme im Detail:

Mitarbeiter schickten ihren Urlaubsantrag per E-Mail an den Vorgesetzten. Der Vorgesetzte antwortete — manchmal. Manchmal vergaß er es. Manchmal landete die E-Mail im Spam. Die Personalabteilung erfuhr von genehmigtem Urlaub oft erst, wenn der Mitarbeiter schon weg war. Überschneidungen im Team fielen erst auf, wenn zwei Leute gleichzeitig fehlten und niemand wusste warum.

Es gab kein System, das Resturlaub berechnete. Kein System, das Teamabwesenheiten visualisierte. Und kein System, das den Vorgesetzten daran erinnerte, offene Anträge zu bearbeiten.

Das Kernproblem: Kein einheitlicher Prozess, keine Transparenz, keine Automatisierung. Und das, obwohl Microsoft 365 vollständig lizenziert war — Teams, SharePoint, Power Apps, Power Automate — alles vorhanden, nur nicht genutzt.

Die Lösung: Urlaubsverwaltung komplett in Microsoft 365

Statt ein HR-Tool einzukaufen, haben wir den gesamten Urlaubsprozess auf der vorhandenen M365-Infrastruktur aufgebaut. Drei Komponenten, ein Ziel: Antrag stellen, genehmigen und nachverfolgen — in einem einzigen System, ohne Medienbrüche.

Die Power App: Einfach genug für jeden

Die Mitarbeiter-App ist bewusst schlank gehalten. Drei Screens, kein Schnickschnack:

Antrag stellen — Mitarbeiter wählt den Zeitraum aus einem Kalender, sieht sofort den Resturlaub, und sieht auf einen Blick, wer im Team in diesem Zeitraum bereits Urlaub hat. Überschneidungen werden farblich markiert. Ein Tipp auf „Absenden" — fertig.

Eigene Anträge — Übersicht aller eigenen Anträge mit Status: eingereicht, genehmigt, abgelehnt. Inklusive dem Kommentar des Vorgesetzten, falls ein Antrag abgelehnt wurde.

Teamkalender — Wer ist wann weg? Visualisiert als Kalenderansicht, direkt in Teams eingebettet. Jeder Mitarbeiter sieht die Abwesenheiten seines Teams — aber nur seines Teams. Datenschutzkonform, weil die Sichtbarkeit über M365-Gruppen gesteuert wird.

Die App läuft auf dem Smartphone über die Teams-App — kein separater Download nötig. Das war entscheidend für die Akzeptanz: Die Mitarbeiter öffnen Teams, tippen auf die App, stellen den Antrag. Alles unter 30 Sekunden.

Der Workflow: Genehmigung ohne E-Mail

Sobald ein Antrag eingereicht wird, passiert Folgendes automatisch:

1. Prüfung auf Konflikte — Der Flow prüft, ob im beantragten Zeitraum bereits zu viele Teammitglieder abwesend sind. Wenn ja, bekommt der Mitarbeiter einen Hinweis — der Antrag wird trotzdem eingereicht, aber der Vorgesetzte sieht die Warnung.

2. Benachrichtigung an den Vorgesetzten — Eine adaptive Karte landet direkt im Teams-Chat des Vorgesetzten. Darauf: Name, Zeitraum, Resturlaub, Teamabwesenheiten in diesem Zeitraum. Zwei Buttons: Genehmigen oder Ablehnen (mit optionalem Kommentar). Kein Postfach öffnen, kein Dokument suchen — ein Klick genügt.

3. Automatische Rückmeldung — Der Mitarbeiter wird sofort benachrichtigt, ob sein Antrag genehmigt oder abgelehnt wurde. Per Teams-Nachricht und per App-Update. Gleichzeitig wird der SharePoint-Kalender aktualisiert.

4. HR-Benachrichtigung — Die Personalabteilung erhält eine zusammengefasste Benachrichtigung über alle genehmigten Anträge. Resturlaubstage werden automatisch berechnet und aktualisiert.

5. Erinnerung bei Inaktivität — Hat der Vorgesetzte nach 24 Stunden nicht reagiert, sendet der Flow eine Erinnerung. Nach 48 Stunden geht die Anfrage an den Stellvertreter. Kein Antrag bleibt liegen.

Die Datenbank: SharePoint als Single Source of Truth

Alle Anträge, Genehmigungen und Kalendereinträge leben in einer einzigen SharePoint-Liste. Das bedeutet: eine Quelle der Wahrheit. Keine parallelen Excel-Tabellen, keine widersprüchlichen Informationen.

Die SharePoint-Liste ermöglicht zusätzliche Ansichten, die vorher unmöglich waren: Urlaubsstatistik pro Quartal, Resturlaubsübersicht für das gesamte Unternehmen, Analyse von Abwesenheitsmustern. Die Geschäftsführung bekommt auf Knopfdruck einen Überblick — ohne die HR-Abteilung zu fragen.

Der Teamkalender ist als SharePoint-Kalenderansicht direkt in einen Teams-Kanal eingebettet. Jeder sieht die Teamplanung, ohne eine separate App zu öffnen.

Rollout: 1 Stunde Schulung, 100 % Adoption

Der Rollout war bewusst einfach gehalten. Eine einstündige Schulung für alle Mitarbeiter — Vorführung der App, Erklärung des Prozesses, Fragen beantworten. Die App war über Teams sofort verfügbar, kein IT-Ticket nötig.

Entscheidend war die Kommunikation: Der Geschäftsführer hat die Umstellung persönlich angekündigt und klargestellt, dass ab sofort nur noch Anträge über die App akzeptiert werden. Kein „Ihr könnt auch weiterhin per E-Mail..." — ein klarer Schnitt.

Die Ergebnisse

Genehmigungszeit: 2–3 Tage → durchschnittlich 2 Stunden. Die meisten Vorgesetzten genehmigen innerhalb von Minuten, weil die Teams-Karte so einfach ist.

100 % Nutzerakzeptanz nach 2 Wochen. Alle 45 Mitarbeiter nutzen die App aktiv. Kein einziger Urlaubsantrag per E-Mail seit der Einführung.

Keine Excel-Doppelbuchungen mehr. Eine einzige Datenquelle eliminiert Widersprüche. Überschneidungen werden erkannt, bevor sie zum Problem werden.

Echtzeit-Transparenz. Jeder Mitarbeiter sieht in Echtzeit, wer wann Urlaub hat. Die Personalabteilung hat jederzeit den aktuellen Resturlaubsstand — ohne manuelle Berechnung.

HR-Aufwand drastisch reduziert. Die Personalabteilung verbringt keine Zeit mehr damit, E-Mails nachzuverfolgen, Excel-Tabellen abzugleichen oder Resturlaub manuell zu berechnen.

Keine zusätzlichen Softwarekosten. Wie bei allen unseren M365-Lösungen: Die gesamte Urlaubsverwaltung läuft auf vorhandenen Lizenzen. Power Apps, Power Automate, SharePoint, Teams — alles war bereits bezahlt.

Denselben Ansatz — vorhandene M365-Tools nutzen statt neue Software kaufen — setzen wir auch in anderen HR-Prozessen ein: vom digitalen Bewerbungsprozess bis zum automatisierten IT-Onboarding mit Intune, bei dem ein neuer Mitarbeiter in 2 Stunden statt 2 Tagen startklar ist.

Eingesetzte Technologie

  • Microsoft Power Apps — Mitarbeiter-App (Canvas App, Mobile-optimiert) für Antragstellung und Teamkalender
  • Microsoft Power Automate — Genehmigungsworkflow mit Konflikterkennung, Stellvertretung und Erinnerungen
  • Microsoft SharePoint — Datenspeicherung, Kalenderansicht, Urlaubsstatistik
  • Microsoft Teams — Adaptive Cards für Genehmigungen, eingebetteter Teamkalender, App-Distribution

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